Zweirad Historie

meine motorisierte zweirad historie in chronologischer reihenfolge:

1983 Kreidler Flory 3 Gang

mein erstes, eigenes, motorgetriebenes zweirad war eine Kreidler Flory 3 Gang. für einen 15-jährigen, mit allgemeiner fahrerlaubnis, zu diesem zeitpunkt das beste auf dem markt. schon damals habe ich ein paar  modifikationen vorgenommen. breiterer hinterreifen, hinteres schutzblech gekürzt, längere stoßdämpfer, felgen lackiert, sitzbank weiß bezogen, rechteckscheinwerfer mit fernlicht und die seitendeckel habe ich dem design angepaast.

 1984 Yamaha RD 80 MX

mit bestandener führerscheinprüfung klasse 1b, pünktlich zu meinem 16. geburtstag kaufte ich eine Yamaha RD 80 MX. bei uns in der region und auch in meinem bekanntenkreis ein sehr beliebtes kleinkraftrad mit 80 ccm und einer max. zulässigen höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. modifiziert wurde diese 80er mit einbau eines rechteckscheinwerfer, einmann höcker-sitzbank, felgen der damaligen RD 50, sebring auspuff, m-stummel-lenker und diversen chromteilen.

 

 1985 Yamaha RD 80 MX

ein jahr später mußte das 'alte' design einem neuen weichen. nach reiflicher überlegung wurde die 80er schwarz-blau lackiert und weitere anbauteile einer metallveredelung (chrom) unterzogen.

 

1986 Yamaha DT 50

1986 mußte ich die 80er leider verkaufen. ich bekam ein sehr gutes angebot, das ich einfach nicht ausschlagen konnte. als fortbewegungsmittel kam eine Yamaha DT 50 ins haus. auch dieses moped, auf diesem bild leider noch nicht zu erkennen, wurde ein paar kosmetischen und technischen operationen unterzogen.

 1987 DKW 50 M

als übergangsfahrzeug, bis zum erreichen des autoführerscheins, durfte ich ein legendäres mofa der marke DKW vom typ 50 M mein eigen nennen.

 

 

1996 Suzuki DR Big 800 S

durch ausbildung und studium waren meine finanziellen mittel begrenzt. erst im jahre 1996 konnte ich mir eine Suzuki DR Big 800 S zulegen. den führerschein hatte ich bereits mit 18 jahren erworben. die DR Big, mit 800 ccm der größte einzylinder und in der szene liebevoll doctor big genannt war ein sehr gutmütiges motorrad und eine äußerst zuverlässige begleiterin in den folgejahren. modifikationen wurden an diesem motorrad nur in sehr kleinem umfang vorgenommen. topcase, tankrucksack, seitenkoffer, ein verküzter heckfender, sowie eine fest installierte gegensprechanlage zur kommunikation mit der sozia waren die anpassungen. gefahrene kilometer 26.000.

2001 BMW R 1150 GS 

ein wunsch, lange ersehnt und 2001 endlich erfüllt, meine erste BMW. eine R 1150 GS wurde angeschafft. augestattet mit original BMW seitenkoffern, einem unterfahrschutz und gitter für den ölkühler ging es die nächsten paar tkm auf tour. gefahrene kilometer 22.100.

2002 BMW R 1150 GS Adventure

das motorenkonzept des BMW boxer, das drehmoment und der fahrkomfort der GS hatten mich überzeugt und 2002 schaffte ich mir die BMW R  1150 GS Adventure an. dieses motorrad soll mich noch lange jahre und auf vielen interessanten touren begleiten. mehr dazu könnt ihr auf dem dafür vorgesehenen menüeintrag BMW R 1150 GS/A erfahren. 

2004 BMW F 650 GS

zusätzlich konnte ich dann 2004 noch eine BMW F 650 GS (EZ 14.03.2003) mein eigen nennen. mittlerweile wurde dieses zweitmotorrad in 2006 wieder weiterverkauft. gefahrene kilometer 2.900 km.

 

2009 BMW F 650 GS (die zweite)

seit august 2009 erweitert eine BMW F 650 GS, diesmal als doppelzünder aus 2005, wieder den fuhrpark. kilometerstand bei der zulassung waren 18.900 km. im März 2014 muss die kleine GS (das Kälbchen) platz für ein anderes motorrad machen und wird verkauft. kilometerstand beim verkauf 42.895 km.

kleinIMG 4946-22014 BMW R1150 GS

März 2014, eine weitere BMW R1150 GS erweitert meine zweiradhistorie. die GS ist BJ. 2000 und hat bei der zulassung 72.300 km.

 

DSC00143.jpg2019 BMW R80 GS Basic

Juli 2019, eine BMW R80 GS Basic füllt die letzte kleine Lücke in meiner garage. die GS Basic ist BJ. 1996 und hat bei der zulassung 39.471 km. diesem schmuckstückchen habe ich eine eigene seite 'BMW R 80 GS Basic' gewidmet.

 

 

Linksammlung

auf dieser seite findet ihr ein paar interessante und hilfreiche links. ebenfalls möchte ich ein paar seiten befreundeter hompages verlinken.

 

Rund um's Motorrad

http://boxer-forum.de/ 

interessantes und sehr umfangreiches forum für boxer-fahrer. diskussionen rund ums boxer-moped, reisen, treffen, lokale stammtische und GPS-infos. das forum wurde 2013 leider geschlossen. 

 

http://forum.q-stammtisch.de/

forum und infoseiten des 'Q-rpfälzer Q-Stammtisch' der sich aus dem Boxer-Forum in der region Rhein-Neckar, Bergstrasse, Odenwald und Vorderpfalz gebildet hat. monatliches treffen, gemeinsame touren und ausfahrten sowie gelegentliche bilderabende. 

 

http://www.bofo-wandertreffen.de/2009

das Boxer-Forum wndertreffen ist ein überregionales, jährliches treffen des Boxer-Forum das in 2009 durch den 'Q-rpfälzer Q-Stammtisch' organisiert und durchgeführt wurde. bei diesen treffen steht das 'wander-' weniger für das fortbewegen auf schusters rappen, als mehr für die wechselnde örtlichkeit an der das treffen stattfindet. hier geht es weiter zum jeweilg aktuellen wandertreffen http://www.bofo-wandertreffen.de

 

 http://wandertreffen.reiseq.de/

das wandertreffen 2016 fand auch in 2016 wieder im schönen Odenwald statt. mehr infos unter dem hier genannten link.

 

  http://www.powerboxer.de/

die wohl umfangreichste und detailierteste infodatenbank rund um die technik für boxer motorräder.

 

Powerboxer Forum logohttp://www.powerboxer-forum.de/index.php

der inoffizielle nachfolger des in 2013 geschlossenen Boxer-Forum ist das hier verlinkte powerboxer-forum.

 

GS Forum EUhttp://www.gs-forum.eu/forum.php

ein weiteres forum für BMW GS begeisterte. 

 

 

Reisen & Touren

http://www.auswaertiges-amt.de/

für fernreisende immer hilfreich, ein blick auf die seiten 'Länder, Reisen und Sicherheit' des auswärtigen amtes.

 

 http://krad-vagabunden.de/

die wohl mit interessanteste und informativste seite rund um das thema reise und motorrad. danke an Simon & Panny.

 

http://motorradreisender.de/

sehr interessante motorrad-reiseseiten. danke an Erik Peters. 

 

http://possi.de/

sehr interessante seiten rund um das thema motorrad und reisen.

 

 http://www.motorradkarawane.de/

rund um das thema motorrad reisen mit einem sehr hilfreichen forum zu diesen themen. 

 

 

http://www.horizonsunlimited.com/

community für motorrad reisende weltweit

 

http://www.ironbutt.com/ 

auch die spinnerei um den 'Iron Butt' spuckt noch in meinem kopf umher

 

http://www.ibagermany.de/

Iron Butt Association Germany. der deutsche ableger der IBA in USA

 

http://www.bauertours.de/

reiseseiten einer befreundeten familie

 

 

 

Eishockey

http://www.eisbaeren-eppelheim.de/

die eisbären eppelheim, mein sportverein in dem ich seit 1983 (gründungs-) mitglied bin und bis vor wenigen jahren als kapitän und aktiver spieler der 1. mannschaft, sowie nachwuchstrainer und in der vereinsführung tätig war.

 

http:/greisbaeren.de/

mit fortgeschrittenem alter darf man auch mal die mannschaft wechslen und so bekommt man regelmässige eiszeiten im umfeld zusammen mit anderen 'alten' weggefährten bei der AH, den Greisbären Eppelheim.

 

 

HP's von Freunden und Bekannten

 

Sonstige für mich interessante Links

 

BMW R 1150 GS Adventure

ein paar detailinformationen rund um meine BMW R 1150 GS Adventure

24.10.2002 tag der erstzulassung

produktionsdatum - 26.09.2002, dennoch modell 2003. diese variante der BMW GS wurde nur über einen sehr kurzen produktionszeitraum, schon als modell mit teilintegral ABS aber noch mit einfachzündung, gebaut. 

wie nebenstehend abgebildet fand die farbe weißaluminium-metallic-matt (farbcode: 825M, weissalu 2, oder 437 matt), mit grau-roter sitzbank meinen zuspruch.

neben der erweiterten grundausstattung der GS-Adventure habe ich zusätzlich noch folgendes sonderzubehör ab werk gewählt:

  • ABS, teilintegral
  • FID, Fahrer Informations Display 
  • sturzbügel
  • heizgriffe
  • kurzer 1. gang
  • großer 30 liter tank
  • weisse blinkergläser

von der vorgänger GS wurden die original BMW touringkoffer, der unterfahrschutz (eigenbau) und das gitter (eigenbau) für den ölkühler übernommen.

auch mein GPS Garmin 176C inkl. halterung, fand an dem neuen motorrad gleich seinen platz.

weiteres zubehör und umbauten

  • kotflügelverlängerung, fender extenda (wunderlich, übernommen von vorgänger GS)
  • ölverschluß mit innensechskant-schlüssel (touratech, übernommen von vorgänger GS)
  • 06.2003; lenkanschalg, hard part (touratech) 
  • 06.2003; spoiler für original handprotektoren (touratech)
  • 08.2003; zega aluminium koffersystem, 41 liter sondersystem (touratech)
  • 09.2003; tankrucksack standard (touratech)
  • 04.2004; bremshebelverbreiterung, fußbremse (touratech)
  • 04.2004; rallye fußrasten für fahrer (touratech)
  • 04.2004; lenkererhöhung 35mm (polo)
  • 05.2004; das Garmin 176c wird gegen die aktuellere und routingfähige version 276c ersetzt
  • 02.2005; seitendeckel in weißaluminium-metallic (touratech)
  • 02.2005; rallyekotflügel (touratech)
  • 05.2005; halterung 2 liter ölkanister für alukoffer (touratech)
  • 05.2005; 41 liter tank aus rotiertem polyamid (touratech)
  • 07.2005; sinter-kupplung (touratech)
  • reisefertig sieht die adventure anfang 2006 dann so aus

 

 

 

 

 

 

  • im sommer 2006 mußte ich, getrieben durch äußere umstände, die BMW einer leichten farblichen umgestaltung unterziehen. alle roten teile mußten zugunsten des BMW-blau weichen. die grau-rote sitzbank wurde durch die grau-blaue sitzbank der R 1150 GS/A sondermodell ersetzt. der selbsterstellte, dem originalschriftzug nachempfundene, tankaufkleber wurde farblich abgestimmt und zu guterletzt wurde auch der lenkerprallschutz der farblichen neugestaltung angepasst.

 

 

 

 

 

 

  • 05.2007; cruise control, stahl schwarz (wunderlich)
  • 2008 erfährt meine 1150 GS/A eine zusätzliche modifikation um die off-road-tauglichkeit  weiter zu steigern. das 19" vorderrad wird durch einen 21" umbau ausgetauscht. hierfür wurde eine originale nabe einer R 1150 GS in einen radkranz einer R 100 GS eingespeicht
  • 08.2008; K&N Luftfilter
  • 10.2008; das defekte Garmin 276c muß gegen ein neues gerät gleichen typs ausgetauscht werden 
  • 05.2009; zega aluminium topcase (touratech)
  • 06.2009; das fahrwerk, mittlerweile hat es mich mehr als 110 tkm weit, gut und sicher auf allen wegen on- und offroad, an meine ziele nah und fern gebracht, wird durch einen kompletten satz, hinten mit verstärkter feder (160), der marke Öhlins ersetzt
  • 08.2009; das neue fahrwerk in verbindung mit dem größeren vorderrad erfordert eine seitenständer-erhöhung (ca. 1,5cm, motorradzubehör Hornig)
  • 07.2011; Navi update, das Garmin 276c wird gegen ein aktuelleres Zumo 660 ersetzt
  • 08.2011; der standard tankrucksack wird gegen einen größeren tankrucksack mit zwei zusätzlichen seitentaschen ausgetauscht (modell touratech VP45)
  • 01.2012, die original BMW blinker werden gegen kleinere und flexible blinker (touratech) ersetzt. das schaut zwar nicht mehr ganz so elegant aus, aber diese können bei einem umfaller nicht abbrechen
  • 06.2014; Navi update, das Garmin Zumo 660 wird gegen ein aktuelleres Zumo 590LM ersetzt
  • 06.2015; die blinker von Touratech haben nicht ganz das gehalten was sie versprochen haben und einer hat sich, vermutlich durch vibrationen, verabschiedet. leider sind die blinker so als ersatz bei TT auch nicht mehr zu bekommen. jetzt sind 4 mini blinker, 12 watt halogen - kein LED, von louis.de verbaut. flexibel, preiswert und oben drein noch elegant anzuschauen.
  • 07.2016; die glühlämpchen der armaturenbeleuchtung haben nach und nach ihren geist aufgegeben und werden durch SMD LED Leuchten ersetzt. sockel: T5, spannung: 12V, strom: 0,01A, leistung: 0,12W, lichtstrom: 7,5-8LM, farbtemperatur: 6000-7000K, länge: 2,1cm, breite: 0,5cm
  • 08.2017; das Garmin Zumo 590 wird wegen eines defekts gegen ein baugleiches Zumo 590 (refurbished) getauscht
  • 07.2018; das Garmin Zumo 590 wird wegen eines defekts erneut gegen ein baugleiches Zumo 590 (refurbished) getauscht
  • 05.2019, das Garmin Zumo 590 hat erneut einen defekt und der garmin support tauscht das Zumo 590 gegen ein neueres (refurbished) Zumo 595

 

Reisebericht Albanien 2008

Track auf Google Maps: 

täter kehren immer wieder zum tatort zurück...

...so, oder so ähnlich könnte man den bericht zu unserer motorrad-tour im mai 2008 titulieren.

nachdem wir auf unserer Balkantour im jahr 2007, erste eindrücke von land und leuten in Albanien gewinnen konnten, stand recht schnell fest - wir müssen wieder nach Albanien zurück, um weitere und weitreichendere  kulturelle eindrücke zu sammeln.

in leicht veränderter besetzung zum vorjahr, machen wir uns zu dritt (Micha, Daniela und ich) am nachmittag des 15. Mai '08 mit dem ziel Albanien auf den weg. die erste etappe führt uns in das von Heidelberg rund 450 km entfernte Pfunds das im schönen Inntal Österreichs liegt. im ferienhof „Schöne Aussicht“ erwarten uns schon Agnes und Franz, mit denen wir am nächsten morgen die weiterreise antreten. über den Reschenpass passieren wir die grenze zu Italien, sehen die spitze des versunkenen kirchturms im Reschensee, und kommen auf einer durch weitläufige obstplantagen gesäumten route hinunter nach Meran. durch das Ultimotal, vorbei am Kalterer See, erklimmen wir mit unseren motorrädern den scheitelpunkt des Passo Manghen. auf der passhöhe von 2047 meter, es ist inzwischen  äußerst frisch und der vergangene winter hat hier noch deutlich seine weissen reste hinterlassen, lädt das Rifugio al Passo Manghen auf einen mittagsstop ein. aufgewärmt und frisch gestärkt, machen wir uns auf die nächsten rund 100 km, zur vereinbarten unterkunft „Albergo Edelweiss“ in Tonezza del Cimone (Trentino). dabei erwischt uns auf den letzten paar kilometern ein wirklich unangenehm kalter regen. Umso erfreulicher ist es, dass Sigi und Michael, die an der „Albergo“ zur truppe stoßen uns mit einem begrüßungsbierchen erwarten.

im vorfeld haben wir uns zuhause, beim ADAC, schon fährtickets besorgt und so müssen wir am nächsten morgen, auf den gut 115 km bis zum hafen Venedigs, in keine allzu große eile verfallen. unterwegs decken wir uns sogar noch mit etwas frischem proviant für die überfahrt ein. am fährhafen in Venedig angekommen, sind die bordkarten, unter vorlage der buchung, schnell ausgestellt und wir entern die „Lefka Ori“ eine fähre der griechischen reederei „Anek Lines“. vorbei an all den sehenswürdigkeiten, die die bucht von „Venedig“ aufwarten kann, geht es in richtung offene see. die 24 stündige überfahrt (Venedig – Igoumenitsa) bietet reichlich zeit für entspannung und zum knüpfen neuer und interessanter bekanntschaften. die letzten stunden, vor der ankunft in unserem griechischen zielhafen, schippern wir entlang der albanischen küste. zu unserer freude können wir dort einige markante, uns aus dem vorjahr bekannte punkte, ausmachen. einige dieser punkte stehen bereits jetzt schon auf dem programm im weiteren verlauf unserer reise und sollen nicht nur von see aus begutachtet, sondern auf dem landweg angefahren werden.

nach rund 513 seemeilen (950 km) röhrendem schiffsdiesel freuen wir uns, das schnurren unserer boxer beim verlassen der fähre genießen zu können. nur bei Franz hält sich die freude in grenzen, da er sein Moped von der fähre schieben muß. bereits an den vergangenen tagen war seine BMW schlecht, teilweise garnicht, oder nur mit anrollen am hang angesprungen. die telefonisch über den ADAC deutschland herbeigerufene hilfe kann bei diesem problem leider nur mit einer info, die nächstgelegenen BMW werkstatt in der rund 100 km entfernten stadt „Ioanina“  aufzusuchen, weiterhelfen. entgegen der ursprünglichen planung, nach norden über die grenze nach albanien zu fahren, machen wir uns nun richtung osten auf den weg nach „Ioanina“.

dort angekommen, müssen wir leider feststellen, dass es in der ganzen stadt keine BMW vertretung gibt, die uns weiterhelfen könnte. auf einem campingplatz mit blick über den „Ioanina See“ schlagen wir unsere zelte auf, kramen unser bordwerkzeug hervor und beginnen an Franz's moped zu schrauben. der erste und naheliegenste verdacht bestätigt sich. an dem Valeo anlasser haben sich zwei der vier mit dem anlassergehäuse verklebten permanentmagnete gelöst. die reste davon liegen zerbröselt im gehäuse und hindern den anlasser beim startvorgang  daran, sich zu drehen. nach entfernen der bruchstücke und einer gründlichen reinigung bauen wir den anlasser mit nur 2 1/4 von ursprünglich 4 vorhandenen magneten wieder zusammen und  dann an seinem bestimmungsort ein. die mühe wird belohnt und die BMW springt problemlos wieder an.

vorbei an einigen feldern, „Ionanina“ liegt auf einer fruchtbaren ca. 480 m hohen hochebene, verlassen wir die stadt am nächsten morgen in nördlicher richtung. auf der karte entdecken wir einen hinweis auf die ruinen des „Temple of Areus Zeus“. was wir da vorfinden rechtfertigt den umweg und die 20 minütige suche danach, allerdings nicht wirklich. 30 km später, wir fahren jetzt in richtung nord-west und steuern geradezu wieder den bergen entgegen, passieren wir eine weitere ruine des „Monastery of the Holy Fathers“. der stop hier lohnt sich schon eher und die kühle quelle vor dem kleinen kloster, das sich gerade im wiederaufbau befindet, verschafft uns bei temparaturen über 30°C etwas abkühlung. die displays unserer GPS geräte verraten uns die nähe zur albanischen grenze. deren verlauf  folgen wir auf den nächsten kilometern, durch das griechische hinterland und mehrfach bis auf nur wenige hundert meter nah. einen grenzübergang gibt es allerdings erst wieder in küstennähe bei „Sagiata“ . vorbei an einem riesigen duty free shop, wie man ihn in dieser region sicher nicht vermuten würde, fahren wir auf einer neuen, sehr gut ausgebauten asphaltstrasse, bis hin zum griechischen grenzposten. schnell und mit einem hämischen lächeln verabschiedet uns der griechische grenzer und schickt noch eine eher rethorische frage im sinne, was wir als deutsche touristen denn in einem land wie albanien wollten, hinterher.

wenige meter weiter, am albanischen schlagbaum angekommen, (viel grenzverkehr findet hier wohl nicht statt), zahlen wir einen euro (1,-€) einreisegebühr, lassen unsere reisedokumente überprüfen und abstempeln und befinden uns urplötzlich wie in einer anderen welt. abrupt ändern sich die strassenzustände. waren es eben noch gut ausgebaute asphaltierte landstrassen, geht es ab sofort weiter auf einem schlecht geschotterten, nicht planierten, staubigen weg, bis hin zur bucht bei „Butrint“. die fähre über die bucht hängt an einem mit wagenfett eingeschmierten stahlseil, das über im boden verankerte umlenkrollen und durch das wasser zu einem kleinen maschinenraum auf der einen seite des ufers führt. als maschinist bedient hier ein schätzungsweise 12 jähriger junge einen alten Mercedes Benz PKW dieselmotor, der im 10 minutentakt die lasten von einem zum anderen ufer übersetzt. nur etwa 10 km weiter finden wir in der stadt „Ksamil“ unterkunft in einem neugebauten appartmenthaus und verbringen hier die erste nacht in albanien.

am „See von Butrint“ geht es am nächsten morgen weiter nach „Sarande“ und von hier aus richtung norden, auf der küstenstrasse, die wir bereits im vorjahr schon einmal befahren haben. diese strasse war im vorjahr zwar nicht von bester qualität und abschnittsweise so eng, dass keine 2 PKW aneinander vorbeikamen. jetzt ist diese strasse eine nicht endend wollende baustelle. die strasse ist auf dem kopletten Verlauf aufgerissen, wird verbreitert und begradigt. über lange passagen kämpfen wir uns unbeeindruckt von den unzähligen baumaschinen durch losen strassenbauschotter. schon im nächsten jahr wird diese strecke einiges an charme verloren haben und zur „touristenautobahn“ mutiert sein. dort wo sich die hauptroute etwas von der küste entfernt, suchen wir immer wieder kleine und kleinste sträßchen, um ans wasser zu gelangen. so scheuen wir auch die ca. 4 km lange, unbefestigte strasse hinunter zur „Kakomea Bucht“ nicht, um dort erwartungsvoll einen der landestypisch guten espressos zu uns zu nehmen. wir reisen außerhalb der hauptsaison, verkehrstechnisch und in sachen touristenaufkommen, profitieren wir meist von diesem umstand. hier jedoch zeigt sich einmal mehr, dass die albanische adria in sachen tourismus ebenso saisongebunden ist, wie wir das auch von anderen regionen her kennen. einen kaffee gibt es zu dieser zeit in dieser bucht leider nicht. nur ca. 25-30 km unbefestigte reisekilometer weiter, in der „Bucht von Piqeras“, verlassen wir wieder die küstenstrasse in richtung strand und kommen an das angepriesene „family bunkers summer resorts“. hier wurden einige der ca. 600.000 – 700.000 durch „Enver Hoxha“ (1908-1985) ,wie im wahn, entlang der albanischen adriaküste errichteten bunker zu ferienappartements umgebaut und erfreuen sich nun, während der sommersaison, größter touristischer beliebtheit. oben auf der kuppel einer kleinen halbinsel, gelegen in der „Palermo-Bucht“, tut sich das „Fort Ali Pashes“ auf und lädt zu einem weiteren kleinen zwischenstop ein. nach kurzem aufenthalt, wollen wir weiter, um bei „Dhermi“ am fusse des „Llogarapasses“ unsere zelte am strand aufzuschlagen. je weiter wir uns „Dhermi“ nähern, umso deutlicher werden die gewitterwolken über den berggipfeln. die aktuelle wetterlage verspricht eine nicht allzu trockene und stürmische nacht unter freiem himmel. diesen wettercapriolen wollen wir uns nicht aussetzen und nach ein paar tiefsandspielchen mit unseren schwer beladenen motorrädern, beschließen wir weiter richtung norden zu ziehen, um dort für die nacht ein festes dach über dem kopf zu suchen. nur mit großer mühe quält sich Michaels zweiventiler GS die ca. 1000 höhenmeter bis zur passhöhe hoch. kurz zuvor, bei den sandeinlagen am strand, sendete Michaels kupplung rauchzeichen und  kündigte damit ihr baldiges ableben an. in dem „Hotel-Restaurant Ibiza“, ein im blockhausstil neu errichtetes gebäude, finden wir wenige kilometer hinter „Orikum“, eine geeignete bleibe, denn an ein weiterkommen, ist nun wegen komplettem kupplungsversagen, sowieso nicht zu denken.

wir freuen uns auf ein erstes, gut gekühltes schrankenbier und fangen mit dem zerlegen von Michaels motorrad an. hierbei wird uns sehr schnell klar, dass so ein weiterfahren am nächsten morgen unmöglich ist. Michael organisiert über den ÖAMTC den versand eines neuen kupplungsbelages von Österreich nach Albanien. die ersatzkupplung soll schon am übernächsten tag, am flughafen, in Albaniens hauptstadt „Tirana“ eintreffen. angesichts der sehr gut ausgestatteten zimmer, die wir als erstbezug einweihen dürfen und der umfangreichen speisekarte des „Hotel Ibiza“, fällt uns diese zwangspause nicht wirklich schwer. hier wird uns genügend zeit bleiben, um die gegend zu erkunden und die einheimische bevölkerung etwas besser kennen zu lernen. in unserer „zwangsunterkunft“  werden wir überdurchschnittlich freundlich und zuvorkommend behandelt und schon nach kürzester zeit sind wir mit dem hotelchef seiner frau und dem service- und küchenpersonal auf Du und Du.

ein ausgiebiges und gemütliches frühstück bestärkt uns in dem gedanken, am heutigen wartetag, der naheliegenden halbinsel „Karaburun“ einen besuch abzustatten. auf der halbinsel befindet sich eine albanische militärbasis und der besuch ist nur mit einer schriftlichen genehmigung von oberster ebene, aus „Tirana“, erlaubt. solch eine genehmigung liegt uns natürlich nicht vor und ist auf die schnelle auch nicht zu erhalten. unser wirt verspricht uns jedoch, dass wir mit einem ortskundigen freund der familie, nicht auf diesen ausflug verzichten müssen. mit seinem alten Daimler 200 Diesel fährt er voraus und zeigt uns einen schleichweg auf die halbinsel. nach wenigen kilometern kommen wir aber selbst mit unseren geländegängigen BMWs nicht mehr weiter und müssen die erkundungstour abbrechen. am abend genießen wir in unserer herberge ein vorzügliches menü, mit lokalen spezialitäten vom heissen stein und das ein oder andere bierchen, in diesem falle handelt es sich um frisch gezapftes, kaltes, australisches fosters, findet seine abnehmer.

für ein angemessenes entgeld bietet sich heute ein weiterer freund der wirtsfamilie an, Michael in die rund 150km entfernte hauptstadt „Tirana“ zu bringen, um dort am flughafen die per luftfracht gelieferten ersatzteile abzuholen. ein wahres abenteuer, wie uns Michael am abend berichten wird. die fahrkünste und der südländische fahrstil seines „taxifahrers“, läßt Michael auf der fahrt mehrfach regelrecht den atem stocken. am frachtterminal in „Tirana“ angekommen, erweist es sich jedoch als großer vorteil, einen einheimischen, der die landessprache spricht, mit dabei zu haben. all die benötigten stempel und formulare, die für ein nur so kleines päckchen benötigt werden, sind als ausländer wohl nur sehr schwer und mit einem erheblich höheren zeitaufwand zu bekommen. wir sind an diesem tag gemütlich unterwegs und fahren in die nahe gelegene stadt „Vlore“. dort, am ende einer landzunge, kommen wir zu fuß über einen rund 300 meter langen steg, auf die kleine insel „Zvërnec Island“ und können für einen kleinen obolus das kloster „St. Mary“ besichtigen. noch ein espresso in der stadt und dann fahren wir wieder zurück in unsere blockhausunterkunft, um dort auf Michaels rückkehr mit den ersatzteilen zu warten. es dauert gute zwei stunden und ein bisserl schraubererfahrung, um das motorrad wieder fahrtüchtig zu bekommen. den erfolgreichen zusammenbau feiern wir mit einem ausgiebigen abendessen bei wein und bier im kreise der familie und deren angestellten. um mitternacht fährt der küchenchef sekt und eine eigen kreierte süßspeise auf. Daniela, die geburtstag hat, ist von der überraschung sichtlich gerührt und sprachlos. zur feier des tages wird noch ein, aus hauseigenen trauben hergestellter Raki aufgetischt. mit jeder runde dieses albanischen nationalgetränks, fallen uns die schrittfolgen des albanischen folkloretanzes, den wir an diesem abend lernen ‘müssen‘ leichter und leichter.

die letzte nacht hat uns nur wenige stunden schlaf beschert. aber trübsal blasen nutzt nichts, Michaels maschine ist wieder fit und noch so viele highlights auf unserer ursprünglich geplanten route wollen erlebt werden. ausgiebig von unseren neu gewonnen freunden verabschiedet, brechen wir wieder auf. durch „Flore“ und „Fier“ geht es dann in  östliche richtung, nach „Berat“. „Berat“ ist eine der ältesten städte albaniens und wer von weitem die auf einem malerischen hügel gelegenen weissen häuser und die burg erblicken kann, der weiss, warum diese altstadt als eine der wichtigsten sehenswürdigkeiten gilt und weit über die landesgrenzen hinaus, auch als „die stadt der tausend fenster“ bekannt ist. selbstverständlich machen wir hier einen stop und schlendern durch die gassen der altstadt. die nächsten kilometer bis in die hafenstadt „Durres“ versprechen wenig abwechslung. aber mit der vorfreude auf das uns bereits bekannte und etwas südlich von „Durres“ gelegene strandhotel, lassen sich die rund 100 km spielend abspulen. genau wie im vorjahr erwartet uns hier wieder eine adäquate unterkunft zu einem fairen preis und zum abendessen bei einem traumhaften sonnenuntergang die besten „Spaghetti Frutti di Mare“, die ich je gegessen habe.

Franz und Agnes verlassen uns heute früh und treten wie geplant ihre heimreise alleine an. unser tagesziel liegt heute ein ganzes stück weiter in richtung osten und so geht es durch die haupstadt „Tirana“ weiter auf den berg „Dajti“ der zu einem kleinen zwischenstop einlädt und von dem man einen herrlichen blick über die große hauptstadt genießen kann. durch den „Dajti Nationalpark“ weiter nach „Shengjergj“ wird die strassenbeschaffenheit immer grober und die wege enger. hier haben wir zum ersten mal per handy kontakt zu Alfred, der am frühen morgen in Istanbul gestartet ist und noch an diesem abend zu uns stoßen möchte. auf dem weg nach „Bulqize“ überqueren wir einen gebirgszug,  dessen unbefestigten wege teilweise recht schwer zu befahren sind. mehrfach müssen wir eine eingeschlagene richtung korrigieren oder ganz umkehren. die landkarten und die daten unser GPS geräte passen einfach nicht mit den gegebenheiten hier vor ort zusammen und erschweren uns die navigation ungemein. für die anstrengenden rund 50 km benötigen wir mehrere stunden, werden dafür aber mit atemberaubenden ausblicken, in eine malerische berglandschaft entlohnt. wieder auf der eigentlichen landstrasse SH6 angekommen, sputen wir uns, um noch vor der einsetzenden dämmerung, den zwischenzeitlich mit Alfred vereinbarten treffpunkt, zu erreichen. fast zeitgleich mit Alfred, er wartet erst seit einer zigarettenlänge hier, kommen wir bei „Maqellare“ nähe der nördlichen grenze von Mazedonien an. eine unterkunft für uns gibt es in diesem verlassenen dorf leider nicht und obwohl die nacht schon hereingebrochen ist, fahren wir weiter bis kurz vor „Peshkopi“, wo wir ein Pizzeria ähnliches restaurant entdecken. wir stoppen und erkundigen uns nach einer unterkunft. lecker und ausgiebig wird man hier verköstigt, mit einem hotelzimmer könne man uns aber leider nicht dienen, erklärt uns der restaurantbesitzer in perfekt deutscher sprache. wir können aber auf dem parkplatz unsere zelte aufschlagen, so sein angebot. aufgrund der fortgeschrittenen dunkelheit nehmen wir dieses angebot dankend an und wollen uns erstmal aus seiner küche verwöhnen lassen. das essen ist wirklich vorzüglich und wir hätten nicht gedacht in dieser abgelegenen gegend solch eine gute pizza zu bekommen. zu unserer überraschung bietet man uns nun doch an, unter einem festen dach nächtigen zu können. sein bruder, er betreibt eine kleine autowerkstatt auf dem nachbargrundstück, wird für uns seine garage freiräumen und wir können dort die nacht auf dem fußboden, in unseren schlafsäcken und auf unseren isomatten, verbringen. 

die nacht war kurz und recht früh am morgen machen wir uns wieder auf den weg. über eine abenteuerlich anmutende brücke überqueren wir bei „Muhuri“ den fluß „Drin“. mal in der talebene, mal hoch am berg, aber immer entlang des flusses geht es die nächsten rund 60 km über unbefestigte wege und teilweise groben schotter bis nach „Kukes“. auch hier zeigt sich die natur entlang der kompletten strecke wieder von ihrer  schönsten seite und lädt zwischendurch auch mal auf einen mittagsstop am flußufer ein. irgendwo in einem der kleinen dörfer, bevor wir „Kukes“ erreichen, fange ich mir eine spaxschraube ein. diese hat sich durch die reifendecke meines hinterrades gebohrt und führt unweigerlich zu einem schleichenden plattfuß. in sachen reifenreparatur haben wir ja ausreichend erfahrung und so kann ich an einer LKW werkstatt, unter zuhilfenahme deren kompressors, den platten in wenigen minuten wieder instandsetzen. wir verlassen die stadt in westliche richtung und sind überrascht eine fantastisch ausgebaute landstrasse (E 851), die sich hier durch die bergwelt schlängelt, vorzufinden. irgendwo auf der strecke springt der kilometerzähler meiner treuen BMW um und die ersten 100.000 km sind erreicht. dieser moment muß selbstverständlich per digicam dokumentiert werden. kurz hinter „Laidhize“, nach ca. 45 km, verlassen wir diese sehr gut ausgebaute strecke, um das heutige ziel „Fierze“ anzusteuern.

die strasse nach „Fierze“ wird gerade auf der kompletten länge erneuert und auf den losen kies- und teilweise tiefen sandpassagen, ist ein vorankommen nur sehr schwer und mit enormen zeitaufwand möglich. nicht verwunderlich, dass wir unter diesen umständen „Fierze“ erst nach einbruch der dunkelheit erreichen. mitten in der stadt, die den titel stadt aufgrund der geringen einwohner- und häuserzahl kaum verdient hat, finden wir in einem hotel, welches diesen titel ebenfalls nicht verdient hat, zwei zimmer. eine andere option gibt es hier leider nicht und immerhin sind die zimmer preiswert und sauber. in einem kleinen, nahegelegenen restaurant nehmen wir noch unser abendessen zu uns und diskutieren den weiteren verlauf unserer reise. Alfred, Micha, Michael und Sigi wollen noch die schotterstrecken des Valbonatals unter die räder nehmen. für Daniela und mich, zusammen unterwegs auf einem motorrad, waren die letzten schotterpassagen recht anstrengend und wir beschließen die gruppe vorübergehend zu verlassen und am frühen morgen die fähre über den „Komani Stausee“ zu nehmen.

in der früh, um 6:00 uhr, soll die fähre die nur zweimal täglich verkehrt ablegen. sehr zeitig, bereits gegen 5:30 uhr, haben wir uns von den anderen verabschiedet und an der landungsbrücke der fähre eingefunden. auch hier ist der ausdruck landungsbrücke eher geschmeichelt. nur über einen aufgeschütteten erdhügel, der je nach wasserstand mit einer planierraupe aufgeschüttet oder abgetragen wird, ist die fähre für passagiere und fahrzeuge zu erreichen. direkt an der landungsbrücke liegt ein halb abgesoffener reisebus im see. diese tatsache und der erbämlich anzuschauende zustand des schiffes steigert nicht gerade unser vertrauen in diesen seelenverkäufer. wikipedia definiert seelenverkäufer als seemännischer ausdruck für ein nicht mehr voll seetüchtiges wasserfahrzeug, das die „Seelen“ der passagiere und besatzungsmitglieder „verkauft“, und genau dieser gedanke ereilt uns beim anblick dieses in die jahre gekommenen schiffes. wir versuchen diesen gedanken zu verdrängen, denn schließlich wird uns die fähre, in nur 2 stunden, der nächst gelegenen größeren stadt „Shkodra“ näher bringen und uns eine anstrengende 6 stündige fahrt, zurück über die großbaustelle die wir am vorabend gekommen sind, ersparen. landschaftlich ist die fahrt auf dem stausee eine wirkliche bereicherung und erinnert an eine schiffsreise durch die fjorde norwegens. einzig und alleine die unzähligen PET plastikflaschen, die auf dem see treiben, sind ein wermutstropfen und stören das bild einer perfekten landschaftsidylle. wie auch schon an anderen stellen dieses landes festzustellen war, nimmt man es hier in sachen umwelt- und naturschutz noch nicht allzu ernst. wir verlassen den seelenverkäufer und nach ein paar km unbefestigtem weg erreichen wir die landstrasse nach „Shkodra“. nach einer kurzen kaffeepause können wir westlich von „Shkodra“ schon gegen 10:00 uhr, ohne weitere verzögerungen, den grenzübergang nach „Montenegro“ passieren. hier in „Montenegro“ wollen wir die nächste nacht verbringen und halten das ein oder andere mal an, um uns nach einer übernachtungsmöglichkeit  zu erkundigen. so schön wie „Montenegro“ ist, so teuer sind die hotels und appartements auch. im vergleich zu anderen ländern hier auf dem Balkan und für unsere bereits geschmälerte reisekasse, zu teuer. so überqueren wir mit der autofähre die bucht von „Kotor“, reisen nach Kroatien ein und beschließen auch noch die restlichen ca. 100 km, vorbei an „Dubrovnik“, bis in das bosnische küstendorf „Neum“ zu fahren. hier in „Neum“, direkt am wasser, kennen wir ein kleines, liebenswertes hotel, bei dem das preisgefüge für unterkunft und verpflegung noch stimmt und wesentlich preiswerter als in „Montenegro“, oder dem benachbarten Kroatien, ist. für die nächsten beiden nächte buchen wir uns hier ein und genießen ein ausgiebiges abendessen auf der romantisch gelegenen strandterasse.

das motorrad von dem lästigen gepäck befreit, wollen wir heute nochmal ein paar kilometer zurück fahren und die südkroatische stadt „Dubrovnik“ besichtigen. die seit 1979 in das UNESCO Weltkulturerbe aufgenommene historische altstadt Dubrovniks, ist auf alle fälle einen besuch wert und temperaturen über 30° C schrecken uns auch bekleidet mit motorradschutzausrüstung nicht ab, alles zu erkunden. auf dem rückweg in unser hotel machen wir noch einen kurzen stop in einer kleinen bucht und nutzen die zeit für ein erfrischendes bad im mittelmeer. am abend, wir sitzen gerade wieder beim abendessen auf der strandterasse, ereilt uns ein anruf von Alfred, Michael und Sigi mit der info,  dass Micha an diesem morgen auf einer unbefestigten strecke mit seinem motorrad gestürzt ist und sich dabei eine schwere schulterverletzung zugezogen hat. mittlerweile wurde Micha aber schon in das krankenhaus in „Shkodra“ und von dort aus in die militärklinik nach „Tirana“ überführt. die nachricht über diesen unfall unseres freundes in Albanien trifft uns wie ein schlag und selbstverständlich bieten wir unsere hilfe, wie auch immer diese aussehen könnte, an. unsere freunde beruhigen- und erklären uns, dass in der klinik schon bestens für unseren freund Micha gesorgt würde.

(Nachtrag: die versorgung im albanischen krankenhaus war Michas erzählungen zufolge wohl eher exotisch als umsorgt und die reibungslose kommunikation mit versicherung und automobilclub in deutschland lies ebenfalls sehr zu wünschen übrig. Micha hat am nächsten morgen auf eigenes risiko die klinik verlassen und ist mit dem nächsten flieger nach Deutschland zurückgekehrt. seine genesung hätte besser verlaufen können, aber heute ist er wieder einigermaßen fit und auch sein motorrad wurde nach mehreren monaten wartezeit nach Deutschland zurück überführt.)

wir wollen uns in drei tagen wieder mit den anderen treffen und setzen unsere reise heute mit dem ziel „Krka Wasserfälle“ in Kroatien fort. die kroatische küstenstrasse, nach vielen beschreibungen eine der schönsten küstenstrassen Europas und außerhalb der hauptreisezeiten ein wahres erlebnis für jeden motorradfahrer, führt uns nördlich auf gut 220 km entlang dieser traumroute bis „Lozovac“ in der nähe des eingangs zum „Krka Nationalpark“. wir suchen nur kurz nach einer geeigneten unterkunft für uns, bringen unser gepäck auf das zimmer, ziehen uns um und machen uns auf den weg in den nationalpark. die wasserfälle die sich hier in mehreren kaskaden flussabwärts aneinanderreihen und schon zu großen teilen als kulisse der Winnetou-Filme dienten, sind jeden cent der 12,- € für das eintrittsticket wert. naturschauspiel pur und die möglichkeit in einem der auslaufbecken eines wasserfalls zu schwimmen, nutze selbstverständlich auch ich, für ein abkühlendes bad.

ein neuer tag und ein neues etappenziel. am morgigen abend wollen wir uns mit Michael, Alfred und Sigi auf einem campingplatz an den „Plitvicer Seen“ treffen. von der küstenstrasse haben wir genug gesehen und so entscheiden wir uns für eine route weiter im landesinneren. die hochsommerlichen temperaturen sind in dieser bergregion auch weitaus erträglicher als an der küste. über „Knin“ kommen wir an die kroatisch-bosnische grenze und reisen bei „Strmica“ ein weiteres mal nach „Bosnien und Herzegowina“ ein. hier in den bergen, abseits der vom tourismus verwöhnten küstenregion, tickt die uhr noch anders. immer wieder stößt man hier auf die hinterlassenschaften des sogenannten Jugoslawienkrieg der auf dem Balkan in den jahren von 1991 bis 1995, in barbarischer form wütete. nur zu gut können wir uns die berichterstattungen durch presse und fernsehen dieser zeit wieder vor augen führen. geradezu grotesk und fast wie unwahr erscheint uns ein verlassenes dorf in der nähe von „Bosansko Grahovo“. rote schilder auf denen sich ein totenkopf befindet, kennzeichnen das areal als minengefährdet. als hätte der krieg noch gestern hier getobt sind alle häuser dieses kleinen geisterdorfes von ihren bewohnern verlassen, zerbombt und zerschossen. wir können und wollen uns nicht vorstellen was in den kriegsjahren hier alles passiert sein mag. als grasser gegensatz hierzu präsentiert sich jedoch die hauptsadt dieser region – „Bihac“. auch hier trifft man vereinzelt noch auf zeugnissen des grausamen krieges, aber die stadt ist größtenteils wiederaufgebaut und sehr modern gestaltet. strassenkaffees, einkaufspassagen, modeboutiquen, zeitgemäße tankstellen und auf ihr äußeres bedachte junge leute prägen das bild dieser universitätsstadt. von hier aus sind es nur noch wenige kilometer zurück nach Kroatien und zu dem von uns als treffpunkt vereinbarten campingplatz, den wir schon von früheren reisen kennen. wir mieten uns in einer der blockhütten ein, köcheln uns was zum abendessen und den rest des abends verbringen wir bei ein bis zwei flaschen rotwein in geselliger runde mit ein paar europareisenden australiern.

kroatiens größter und bedeutendster nationalpark, die „Plitvicer Seen“ sollen heute unser tagesfüllende programm werden. auch dieser nationalpark genießt für seine naturschauspiele weltweite bekanntheit und hat dies ein stückweit auch mehreren Karl-May-Verfilmungen, in denen einige see- und wasserfallszenen gedreht wurden, zu verdanken. einen tag motorradfrei, denn zu fuß erkunden wir den park und dies ist nicht weniger anstregend. gegen 17:00 uhr sind wir wieder zurück an unserem campingplatz und nutzen die zeit die wir auf unsere freunde warten noch für einen kleinen einkauf. mit dem obligatorischen schrankenbierchen stoßen wir auf das wiedersehen an und begrüßen Michael, Alfred und Sigi bei ihrer ankunft an der pforte des campingplatzes. zuerst erkundigen wir uns natürlich nach den neuesten entwicklungen und dem aktuellen wohlbefinden unseres verunfallten freundes Micha und erfahren das er mittlerweile per flieger zuhause in Deutschland angekommen ist. beim abendessen und ein paar weiteren bierchen lassen wir den abend ausklingen und tauschen gegenseitig die erlebnisse der letzten tage aus.

langsam müssen wir uns wieder auf den weg in richtung heimat machen und bei „Senj“ zurück an der küste, fahren wir richtung norden, mit dem etappenziel „Racja Vas“. dieses kleine dörfchen liegt abseits jeglicher touristenrouten, irgendwo in mitten der berge, auf der kroatischen halbinsel „Istrien“. vor einigen jahren sind wir hier bei einem zufälligen zwischenstop auf die kleine dorfkneipe aufmerksam geworden. hier in dieser rustikalen herberge wurden wir damals schon herzlichst aufgenommen und auf das vorzüglichste bewirtet. dies der grund das „Racja Vas“ ein fester anlaufpunkt für uns geworden ist, wenn es sich irgendwie mit unseren reiseplanungen vereinbaren läßt. auch dieses mal werden wir wieder überschwänglich begrüßt und verbringen den abend in gemütlicher runde unter ‘alten‘ bekannten.

am morgen halten wir unsere erinnerungen noch auf einem gemeinsamen gruppenfoto fest und brechen auf. wir passieren die grenze nach Slowenien und wollen auf dem weg noch der zweitgrößten, für touristen erschlossene tropfsteinhöhle, die „Postojna Grotte“, einen besuch abstatten. an der höhle angekommen schreckt uns das große aufkommen an touristen und die höhe des eintrittspreise von rund 25,- € pro person von einer besichtigung ab. nur wenige kilometer weiter trennen sich unsere wege und nach einer ausgiebigen verabschidung von Michael, wählt dieser einen nordöslichen kurs in richtung seiner heimatstadt „Graz“. für uns geht es kurs nordwest durch „Tolmin“, „Kobarit“, über den „Predilpass“ nach Österreich. von dort weiter über den „Nassfeldpass“ bis „Kötschach-Mauten“ und hier auf den „Gailbergsattel“ auf dem wir in dem gleichnamigen hotel unsere letzte gemeinsame nacht verbringen wollen. den tag beenden wir bei einem gemütlichen und ausgiebigen abendessen.

noch rund 600 km liegen heute vor uns bevor wir wieder zuhause ankommen. der am vorabend noch vereinbarte abstecher über den „Großklockner“, fällt dem trüben wetter leider zum opfer und so führt uns der weg durch‘s „Felberntauerntunnel“, an „Kitzbühel“ und dem „Walchsee“ vorbei zurück nach Deutschland. hier verabschieden wir uns von Sigi der weiter in seine heimat in den Bayrischen-Wald muß und nehmen zusammen mit Alfred ab „Oberaudorf“ die autobahn bis zurück nach „Heidelberg“. 

’täter’ kehren immer wieder zu ihrem tatort zurück...

wir, die täter (Michael, Micha, Alfred, Sigi, Daniela und ich), sind ungeteilter meinung, auch mit der diesjährigen reise wieder ein großes stück mehr über kultur, land und leute in Albanien, unserem ergreifenden ‘tatort‘, kennengelernt zu haben. diese durchgängig positiven eindrücke eines im wahrsten sinne des wortes faszinierenden landes, werden uns noch sehr lange in erinnerung bleiben und so vor unserem geistigen auge begleiten.

 

Zu meinem Bilderalbum der Tour kommt ihr über folgenden Link -> Album

 

Reisebericht Balkantour 2007

Track auf Google Maps:

Wo bitte liegt - und was ist der „Balkan“?

Erkundungen in Europas Südost-Ecke „Balkan“, dessen Grenzen unbestimmt sind und der als Unruheherd seit Jahrhunderten immer wieder neue Gefahren heraufbeschwört. Dabei könnte dieser Raum ein Paradies sein – aber die Bewohner mit ihren romanischen, slawischen, griechischen und illyrischen Abstammungen verstehen sich einfach nicht. (Von Wolf Oschlies)

solche und ähnlich klingende aussagen aus unzähligen internetseiten und reiseberichten nehmen wir zum anlass, in 2007 "Den Balkan" unter die eigenen räder zu nehmen. unsere truppe besteht aus ein paar boxer-fahrern die sich über ein internetforum kennen- und auf früheren touren schätzen- gelernt hat. mit insgesamt 7 personen, veteilt auf 6 motorräder, wollen wir versuchen große teile des 'heutigen Balkans' zu ’erfahren’.

die durch Micha wie in gewohnter weise erstklassisch recherchierten regionen und strecken lässt unsere vorfreude auf die bevorstehende tour auf ein höchstmass ansteigen. ein erster zwischenstop, mit übernachtung bei Peter in Altheim (Landshut), beschert uns sogleich auch ein erstes kulinarisches highlight. lecker apfelstrudel, gebacken nach original österreichischem rezept  von Peter's mutter, macht uns die weiterreise am nächsten morgen nicht gerade einfacher. aber wir müssen los,  Micha wartet bei Salzburg auf uns um dann weiter in richtung Villach zu fahren, wo Christian zu uns stoßen will.

bereits am vorabend erreichte uns ein anruf von Christian, der sich zu diesem zeitpunkt gerade im autoreisezug von Hildesheim nach Österreich befand, mit der information, dass Christian vergessen hatte seinen reisepass einzupacken. organisiert durch seine freundin, liess sich Christian den reisepass, per kurierdienst von Braunschweig, nachschicken. dieser umstand zieht eine kleine planänderung nach sich, denn Christian muß sein reisedokument jetzt nicht an seinem zielbahnhof Villach, sondern in Klagenfurt in empfang nehmen. sms sei dank, ist schnell ein neuer treffpunkt für den abend bei unserem heutigen etappenziel Bosanska Gradiska in Bosnien vereinbart.

über die grenze nach slowenien, durch Ljubljana fahren wir auf der autobahn nach Zagreb und weiter in richtung süd-ost um bei Bosanska Gradiska die bosnische grenze problemlos zu passieren. dieses etappenziel haben wir ganz bewußt gewählt, denn hier erwartet uns Peter's sohn der in dieser stadt für ein jahr an einem, durch die österreichische regierung finanzierten, sozialen projekt mitarbeitet. Stefan ist für den zeitraum seiner projektarbeit in einer bosnischen familie untergebracht, die es sich nicht nehmen läßt Stefan's vater inlusive seiner motorradfreunde zu beherbergen. hier stößt auch Done, der gerade von einer Rumänienrundfahrt kommt, zu uns. ohne genau zu wissen, was uns in der bosnischen gastfamilie alles erwartet, beziehen wir bewaffnet mit isomatte und schlafsack auf dem fußboden des wohnzimmers quartier. spät am abend, wir werden gerade mehr als ausgiebig verköstigt, trifft dann auch Christian bei unserer gastfamilie ein. er wurde bei der einreise nach bosnien etwas aufgehalten, denn Christian hatte außer seinem reisepass auch noch die grüne versicherungskarte seines motorrades  zuhause liegen lassen. dies hatte er jedoch erst bei der grenzkontrolle zur einreise nach bosnien festgestellt. für einen kleinen ’unkostenbeitrag’ in höhe von 20,-€ lies sich an der grenze aber eine temporäre versicherung erwerben.

am nächsten morgen, wir erfahren mit einem reichhaltigen frühstück ein weiteres mal die bosnische gastfreundschaft, beschließen wir der  etwa 45 km weiter südlich gelegenen stadt Banja Luka einen touristischen besuch abzustatten. Banja Luka, die stadt mit den vielen bäumen wie es im volksmund heisst, ist seit dem Bosnienkrieg (1992 bis 1995) zum größten teil von ethnischen serben bewohnt und lädt durchreisende wie uns geradezu auf einen zwischenstop ein. wir haben Bosanska Gradiska gerade verlassen und befinden uns auf halber strecke zu unserem ausflugsziel, als Done's motorrad einfach ausgeht. jeglicher versuch eines neustarts schlägt fehl und der Boxer will einfach nicht mehr starten. mit einem seil schleppe ich Done zurück zu unserer einstweiligen unterkunft und wir machen uns an die fehlersuche. die ursache der panne, scheint an einer nicht einwandfreien spritzufuhr zu liegen. wir prüfen die benzinleitungen, wechseln den kraftstofffilter und bauen die  benzinpumpe mehrmals aus- und wieder ein. in ausgebautem zustand läuft die pumpe einwandfrei. sobald die pumpe im tank dann wieder eingebaut und angeschlossen ist, will sie keinen laut mehr von sich geben. wir kommen zur erkenntnis, dass eine neue benzinpumpe her muß. es ist Freitag Nachmittag und nach unzähligen telefonaten mit ADAC Deutschland und BMW München wissen wir, dass es mindestens bis Montag dauern wird, um eine ersatzpumpe aus deutschland auf dem postweg geschickt zu bekommen. ein einheimischer KFZ mechaniker und freund des hauses, möchte uns zu einer kleinen werkstatt bringen, um nach einem geeigneten ersatzteil zu suchen. mit dem ausgebauten originalteil in händen, missbrauchen wir einen polizei einsatzwagen, der schwiegersohn unserer gasteltern ist der örtliche polizeichef und fahren zu einer art Boschdienst am stadtrand. dort erwerben wir für einen bruchteil des original BMW ersatzteilpreises, eine neue und bauart ähnliche pumpe, ursprünglich als ersatz für einen Opel PKW gedacht und bauen diese in Done’s motorrad ein. nach einem erfolgreichen startversuch sind wir sichtlich erleichtert und bedanken uns bei der schraubergemeinschaft, bestehend aus mechaniker, polizeichef, nachbarn und familienoberhaupt, mit einer runde original bosnischem bier.

mittlerweile ist es abend und die gastmutter tischt ein weiteres mal ein sehr reichhaltiges essen auf. sogar eine geburtstagstorte, für Alfred der heute sein 47’tes lebensjahr einläutet, hat die familie organisiert. zusammen mit der großfamilie, freunden und bekannten verbringen wir einen wirklich sehr ausgelassenen abend und ein um die andere flasche bosnischer brau- und brenn- kunst wird geleert. 

die verabschiedung am nächsten morgen fällt uns angesichts der umstände am vorabend entsprechend schwer. wir stehen jedoch noch ganz am anfang unseres balkantrips und wollen weiterziehen. nochmal durch Banja Luka geht, es dann durch die südlich der stadt gelegene und wunderschöne schlucht des Vrbas-Tal, bis in das ca. 280 km entfernte Mostar. wer sich im südliche Bosnien-Herzegowina aufhält, der sollte sich auf alle fälle die zeit nehmen und die malerische altstadt Mostars mit ihren historischen und kopfsteinbepfalsterten gassen ansehen. wir besuchen den wohl bekanntesten und auch markantesten punkt Mostars, die "Alte Brücke" die über den fluss Neretva führt. dieses historische bauwerk, durch den bosnienkrig nahezu komplett zerstört und nach ihrer rekonstruktion im jahre 2005 zum UNESCO weltkulturerbe erklärt, bietet die basis der traditionellen brückenspringer die sich als mutprobe, heute durch bezahlung vorbeilaufender touristen, in den 19 meter tiefer gelegenen fluß stürzen. 

 wir suchen den campingplatz, der sich etwas südlich von Mostar befinden soll, können diesen aber auch nach längerer suche und befragung der einheimischen nicht ausfindig machen. nach kurzer beratung beschließen wir an der bosnischen küste zu übernachten. hierzu fahren wir durch eine malerische berglandschaft, die durch den teilweise bis weniger als 5 km schmalen und durch kroatien eingeschnürten korridor, bis nach Neum führt. bosniens einziger zugang zum meer, bietet mit Neum einen wahren geheimtip für touristen. in sachen attraktivität steht Neum den benachbarten dörfern entlang der kroatischen adriaküste in nichts nach, bietet jedoch wesentlich preisgünstigere unterkunftsmöglichkeiten als auf kroatischer seite.

gestärkt durch ein hervorragendes abendmahl, mit all den lokalen kulinarischen variationen, die solch eine mediterane küche bieten kann, geht es  am nächsten morgen auf der küstenstrasse weiter in südlicher richtung. vorbei an der historischen altstadt von Dubrovnik, erreichen wir die grenze Montenegros. mit der fähre überqueren wir die bucht von Kotor und sehen in der ferne schon unser nächstes zwischenziel, das Njegoš-mausoleum, in dem Petar II. Petrović Njego beigesetzt ist. das mausoleum liegt auf dem gipfel Jezerksi Vrh (1.657m) des gebirgszuges Lovcén. unzählige stufen führen durch einen aus dem berg gehauenen tunnel hinauf zur grabkammer. einige wenige kilometer weiter südlich finden wir, eingebettet in die malerische berglandschaft und mit blick auf das mausoleum, eine art jugendherberge, die uns für die nacht eine geeignete unterkunft bietet.

weiter durch montenegros berglandschaft, vorbei an einigen skigebieten, fahren wir über Podgorica bis an die albanische grenze, wo wir bei Hani i Hoti völlig problemlos und unkompliziert nach Albanien einreisen. ungefähr 15 km nach der grenze decken wir uns in Koplik mit proviant ein. hier biegen wir auch in richtung osten ab und wollen die nacht an einem gemütlichen plätzchen in den albanischen bergen verbringen. je weiter wir in richtung berge fahren,  desto dunkler werden die wolken, bis wir letztendlich ein starkes gewitter in der ferne ausmachen können. ein unwetter mit wildem zeltlager, in mitten albaniens bergen, hätte uns gerade noch gefehlt und wir entscheiden uns zur umkehr. schnell sind wir in Shkoder und nach weiteren 100 km, landschaftlich und streckentechnisch eher wenig interessant, erreichen wir Durres. die hafenstadt Durres bietet an ihren südlichen ausläufern jede menge unterkunftsmöglichkeiten, strände, restaurants und hotels die denen an der italienischen Adria in nichts nachstehen. hier erhält man für schmales geld jedoch noch einges an leistung und service mehr. in ausgesprochen angenehmer atmosphäre auf der strandterasse unseres hotelrestaurants, erhalten wir hier die wohl leckerste portion spaghetti frutti die mare, die ich bis dato gegessen habe.

nach einer kurzen nacht, mit umso mehr albanischen bierspezialitäten an der abendlichen strandbar, verlassen wir Durres bei strahlendem sonnenschein und fahren weiter in südlicher richtung. landschaftlich ist diese etappe erst wieder interessant, nachdem wir die städte Fier und Vlore hinter uns gelassen  und nach ca. 100 gefahrenen kilometern, wieder das meer zu unserer rechten sehen können. hinter dem kleinen städtchen Orikum, bringt uns eine sehr gut ausgebaute strasse hinauf auf den Llogarapass, wovon man eine phantastische aussicht geniessen kann. bei guten sichtverhältnissen kann man hier problemlos bis hinüber zur griechischen insel Korfu blicken. am fusse der südlichen rampe zum Llogarapass, nähe der stadt Dhermi, mündet der 'fluss' Palasa ins meer und hinterläßt auf einer breite von mehr als einem kilometer, eine geröllmoräne wie man sie sonst nur von gebirgsgletschern kennt. der strand an den ausläufern der moräne, läd geradezu zum wilden campen und einer übernachtung unter freiem himmel ein. wir jedoch wollen weiter entlang des küstenstreifen und  benötigen für die nächsten ca. 60-70 km etwas mehr als 3 stunden. geboten wird uns hier dafür jedoch die bis dahin in albanien abwechslungsreichste strecke und beeindruckendste landschaft. bei Sarande erreichen wir den südlichsten punkt unserer diesjährigen tour und verlassen die mittelmeerküste richtung ost, wo wir am grenzübergang Kakavia aus Albanien aus- und nach griechenland einreisen. mittlerweile ist der tag schon recht weit fortgeschritten und auf der suche nach einer geeigneten unterkunft findet sich eine art jagdhotel, etwa 20 km nördlich des abzweig von Kalpaki gelegen. wir sind die einzigsten gäste des vollkommen im landhausstil gehaltenen hotel. auch wenn wir uns außerhalb der hauptreisesaison befinden, merken wir sofort - wir sind zurück in der EU. der preis für kost und logie ist angesichts der vorgefundenen verhältnisse angemessen, aber mit den übernachtungspreisen in Albanien nicht zu vergleichen.

heute prägen unzählig viele kleine griechische dörfer das bild entlang des weges, bis wir auf die europastrassen E90 und E86 gelangen. in folge der sehr gut ausgebauten strassen, kommen wir sehr zügig voran und erreichen am frühen nachmittag die grenzkontrolle nach Mazedonien bei Florina. die grenzer scheinen es mit den dokumenten hier sehr genau zu nehmen und wir erinnern uns an Christian’s vergessene grüne versicherungskarte. hat Christian an den bisherigen kontrollpunkten entweder glück gehabt, oder für wenige euro einen temporären versicherungsschutz erwerben können, so muß er diesmal mehr als 50,-€ bei den behörden hinblättern und kann dann erst mit uns nach Mazedonien einreisen. um so ärgerlicher, haben wir doch vor uns nicht einmal 24 stunden in dem land aufhalten zu wollen. Bitola umfahren wir süd-westlich und kommen an der nördlichen flanke entlang des Prespa-Sees auf eine anhöhe, wovon sich ein atemberaubender blick über einen der ältesten seen unserer erde bietet - der Ohridsee. ungefähr 29 km südlich von Ohrid liegt das kloster Sveti Naum, eines der beliebtesten touristenziele mazedoniens und heute zu großen teilen als hotel umgebaut.  wir nutzen die gelegenheit und beziehen in dem alten kloster quartier. auf der hotelterasse können wir bei einem ausgiebigen abendessen einen unbeschreiblichen sonnenuntergang beobachten und erhalten am rande eines folkloreabend einen kleinen einblick in die traditionsreiche kultur dieser region.

angesichts des wirklich üppigen frühstücks, das wir im kloster Naum aufgetischt bekommen, fällt es uns nicht wirklich leicht die mopeds zu packen und zur nächsten etappe aufzubrechen. wir fahren weiter im uhrzeigersinn entlang des seeufers, reisen erneut nach albanien ein und folgen der strandpromenade durch Podgradec. nach weiteren rund ca. 20 km entlang des sees führt uns die hauproute auf der E852 in richtung Elbasan. diese strecke ist fahrerisch nicht wirklich ein genuß und meist durch schwere, überladene LKWs verstopft. gerade als motorradgruppe fällt uns das überholen dieser schwarz rußenden diesel brummis nicht immer leicht, und temperaturen um die 35 °C sehnen uns unser heutiges etappenziel, in dem uns schon bekannten hotel in Durres, herbei. ein weiteres mal geniesen wir hier bei hervorragender verköstigung und dem einen oder anderen kühlen bierchen den sonnenuntergang am  horizont der abendlichen Adria.

gegen high-noon haben wir die fährtickets, die ausschließlich in bar und in Euros bezahlt werden konnten, gekauft und fahren unsere motorräder in den  bauch des fährschiffes. der nebensaison sei dank, befinden sich hier an bord  außer uns, nur noch wenige andere passagiere. dies bietet uns  erfreulicherweise sehr viel raum, zum ausbreiten unseres schlaflagers, im unterdeck mit den pullmannsitzen. 22 stunden lang hören wir nun das brummen des schiffsdiesel und erreichen gut ausgeruht und entspannt den zielhafen in Triest.

als wir von der fähre rollen und uns dem italienischen zoll nähern, wird gerade ein junger albanischer motorradfahrer, mit dem wir uns noch am vorabend auf der fähre unterhalten haben, von den behörden in handschellen abgeführt. dem umstand, dass man versteckt unter seinem tank ein päckchen mit drogen gefunden hat, verdanken wir, dass nun  auch  unser gepäck etwas genauer untersucht wird. ein spürhund beschnuppert unsere mopeds und unser gepäck muß abgeladen und zum durchleuchten in eine röntgenapparatur, wie man sie von flughäfen kennt, gestellt werden. angesichts der tatsache, dass unsere motorräder während der kompletten überfahrt von uns unbeobachtet im verladedeck der fähre abgestellt waren und der erinnerung an die unglaublichsten geschichten bezüglich irgendwelcher untergeschobenen und illegalen drogenlieferungen, die man schon gehört hat, ist uns bei dieser kontrolle nicht wirklich wohl. nach überstandener kontrolle und entsprechend erleichtert, verlassen wir dann das hafengebiet von Triest und sind voller vorfreude auf die bevorstehende tagesetappe.

glücklich endlich wieder auf eigener achse unterwegs sein zu können, fahren wir richtung norden nach slowenien. Tolmin und Kobarit lassen wir hinter uns, fahren im norden Sloweniens über den Predelpass erneut nach Italien und von dort weiter über den Nassfeldpass nach Österreich. hier im österreichischen bundesland Kärnten verabschiedet sich Peter von uns und am Gailbergsattel nähe Kötschach beziehen wir zum letzten mal auf dieser reise nachtquartier in einem hotel.

zeit ist genug und das wetter lädt zu einer etwas ausgiebigeren letzten etappe mit fahrt über die großglockner paßstrasse ein. Franz-Josef-Höhe und Edelweißspitze, ein unbedingtes muss bei dieser passüberquerung, lassen wir hinter uns. es geht vorbei am Zeller See und bevor wir die letzten paar huntert kilometer in richtung heimat antreteten, durchfahren wir noch das für uns obligatorische Pillertal am Pillersee, wo wir bei einer letzten mittagsrast die erlebnisse unserer reise noch einmal reflektieren.

Wo bitte liegt - und was ist der „Balkan“?

können wir nach 12 tagen 'balkan' wirklich eine antwort auf diese fragen geben? wir glauben nein - haben wir doch nur bruchteile davon gesehen und er-'fahren', sind wir einstimmig der meinung, dass wir diese region nochmals weiteren erkundungen unterziehen müssen, um tiefere einblicke in land und kultur zu erhalten. Albanien wir werden wieder kommen!

 

Zu meinem Bilderalbum der Tour kommt ihr über folgenden Link -> Album